Was ist ein Sari?

      Indischer Sari - Mode bis heute

      Ein Sari gilt wohl als typischstes Kleidungsstück aus Indien. Er wird in Indien schon seit vielen Jahrhunderten von den Frauen getragen. Daher gilt er genauso als indische Tracht wie als heutige Mode. Aber was ist ein Sari überhaupt? Ein Sari ist ein Wickelkleid, das aus einem Stück Stoff um den Körper gewickelt wird. Typisch ist außerdem, dass ein Ende über eine Schulter geworfen wird (meist über die linke). Das andere Ende ist an der Taille befestigt.

      Saris bestehen meist aus bunten Farben. Saris können aus ganz unterschiedlichen Stoffen hergestellt werden. Sie können mehr oder weniger verziert sein und sie können auch unterschiedlich gebunden werden. Es soll 80 verschiedene Wickelarten geben!

      Eigentlich ist ein Sari also nur ein rechteckiges Stück Stoff. Das Wort Sari bedeutet in der Sprache der Hindus auch genau das: Stoffstreifen. Er ist häufig etwa 1 Meter breit und 5 bis 6 Meter lang. Die Seiten und die Enden sind meistens mit einer Schmuckborte verziert. Unter dem Sari tragen die indischen Frauen eine kurze Bluse namens Choli und einen Unterrock.

      Die Geschichte des Saris lässt sich bis ins alte Indien zurückverfolgen, wo man ähnliche Gewänder schon zwischen 2800 und 1800 v. Chr. im Nordwesten des indischen Subkontinents trug - also in der Induskultur. Baumwolle kannte man da auch schon lange und Indien war berühmt für seine bunten Stoffe. Auch aus Seide konnte man schon Stoffe herstellen.

      Das Wort Sari kommt aus dem alten Sanskrit-Wort śāṭikā. Schon in sehr alten hinduistischen Texten wird der Sari als Kleidung für Frauen erwähnt.

      Der Sari entwickelte sich aus drei Kleidungsstücken: einem Untergewand, einem Tuch, das über die Schulter oder den Kopf gelegt wurde, und einem Band für die Brust. Diese Kleidung wird in sehr alten Texten in Sanskrit und in der buddhistischen Pali-Sprache aus dem 6. Jahrhundert vor Christus beschrieben.