Warum sind die Kühe in Indien heilig?

In Indien gibt es in vielen Bundesstaaten ein Gesetz, das verbietet, Rinder zu töten und Rindfleisch zu essen. Aber warum ist das so und gibt es wirklich heilige Kühe?
In Indien laufen die Rinder frei herum und sorgen immer wieder für Staus im Straßenverkehr. Sie werden von den Menschen hoch geschätzt und niemand darf ihnen etwas antun.
Kühe werden in Indien so verehrt, weil sie einerseits Milch geben und andererseits unentbehrlich für die Landwirtschaft sind. Rinder lieferten also Nahrung und sie wurden als Zugtiere genutzt. Ihr Dung wird außerdem als Brennmaterial genutzt.
Schon im Verlauf des vedischen Zeitalters verehrten bereits die Arier die Kuh und sie war ihr einziges Nutztier. Auf Sanskrit heißt die Kuh auch Aghnya, das bedeutet die Unantastbare.
Auf die Kühe wird in Indien zudem das Prinzip Ahimsa angewandt. Das bedeutet Gewaltlosigkeit. Das Töten von Lebewesen ist mit dieser Regel verboten.
Die Kuh hat also eine große Bedeutung für das tägliche Leben und wird bis heute verehrt. Für streng gläubige Hindus ist sie sogar heilig.
Nicht ganz dazu passt, dass Indien viel Rindfleisch exportiert, also in andere Länder verkauft. Es handelt sich hierbei aber vor allem um Fleisch vom Wasserbüffel. Dieser Handel wird besonders von Muslimen und Christen geführt.
Dass die Inder selbst nur wenig Rindfleisch oder gar keins essen, bedeutet auch, dass sie ein Lebensmittel verschmähen, das im Überfluss da wäre.
Krishna und die Kuh
In der Sagenwelt spielt die Kuh ebenfalls eine nicht unbedeutende Rolle. Sie steht in Verbindung mit dem Gott Krishna. Krishna war in großer Gefahr, gleich nach seiner Geburt getötet zu werden.
Man brachte ihn daraufhin zu einer Hirtenfamilie, wo er als Hirtenjunge aufwuchs. Er verbrachte viel Zeit mit den Tieren und natürlich auch mit den Kühen, die ihn durch ihre Milch ernährten. Aus diesem Grund betrachten die Inder die Kuh als eine Art Mutter, die man verehren muss.


