Was ist ein Herzog?
Immer wieder ist von den "Herzögen" die Rede. Doch was genau war eigentlich ein Herzog? Ein Herzog im Mittelalter war ein mächtiger Adeliger, der ein großes Gebiet verwaltete und im Auftrag oder in Konkurrenz zum König ein Heer anführen konnte.
Ursprung des Wortes Herzog
Als die germanischen Stämme umherzogen, wurden sie meist von einem Anführer angeführt. Diese Anführer zogen im wahren Sinne des Wortes also vor den Stämmen her. Daher stammt der Name "Herzog". Im Althochdeutschen bedeutet "herizogo" eben "der vor dem Heer zieht". Diese Herzöge waren überwiegend mächtig und stark und somit in der Lage, ein Heer anzuführen und eine Schlacht zu gewinnen.
Zu den Aufgaben eines Herzogs im Mittelalter gehörten vor allem die Führung des Heeres, der Schutz des Landes und die Durchsetzung von Recht und Ordnung.
Die Stammesherzogtümer im frühen Mittelalter
Im frühen Mittelalter entstanden im Frankenreich der Merowinger die Stammesherzogtümer. Ihnen stand ein Herzog vor. Die Herzogswürde konnte vom Herzog auf seinen Sohn übertragen werden und war somit erblich. Solche Stammesherzogtümer waren Bayern, Alemannien oder Franken. Diese Stammesherzogtümer waren wichtige Machtzentren im frühen Mittelalter.
Königtum gegen die Herzöge
Die Karolinger versuchten, die Macht der Herzöge einzuschränken, um das Königtum zu stärken. Als die Macht der Karolinger jedoch Ende des 9. Jahrhunderts schwand, entstanden die Stammesherzogtümer neu. Je stärker das Königtum war, desto schwächer die Herzogtümer und umgekehrt.
Ein bekannter Herzog zur Karolingerzeit war der Sachsenherzog Widukind. Dieser leistete Karl dem Großen in den Sachsenkriegen erbitterten Widerstand. Als Karl in Sachsen einfiel, musste sich Widukind irgendwann geschlagen geben.
Ein Herzog im Mittelalter war also ein mächtiger Anführer, dessen Einfluss stark davon abhing, wie stark oder schwach der König gerade war.
Herzog, Graf oder König – wo ist der Unterschied?
Im Mittelalter gab es verschiedene Herrscher mit unterschiedlichen Aufgaben.
Ein König stand an der Spitze des Reiches. Er herrschte über viele Gebiete und entschied über wichtige Fragen wie Krieg, Frieden oder Gesetze.
Ein Herzog herrschte über ein großes Gebiet, das man Herzogtum nannte. Er führte das Heer seines Gebietes an und war oft sehr mächtig. Manchmal war ein Herzog dem König untergeordnet, manchmal aber auch fast so stark wie dieser.
Ein Graf verwaltete ein kleineres Gebiet, eine Grafschaft. Er sorgte dort für Ordnung, Rechtsprechung und Steuern und war meist dem Herzog oder direkt dem König unterstellt.

