Griechisches Theater: Aufbau und Architektur

Ein griechisches Theater konnte riesig sein. Manche Theater boten Platz für mehr als 18.000 Zuschauer. An diesen Bauwerken kann man viel über die Architektur des griechischen Theaters und über das Leben der Menschen im antiken Griechenland lernen.
Neben Tempeln gehören Theater zu den wichtigsten erhaltenen Bauwerken der Antike.
Riesige Zuschauerräume unter freiem Himmel
Die ersten Theater im antiken Griechenland waren noch einfach und provisorisch. Trotzdem konnten sie schon bis zu 15.000 Zuschauer aufnehmen. Später entstanden feste Theaterbauten aus Stein.
In Athen wurden die ersten Theaterstücke zunächst auf der Agora, dem Marktplatz, aufgeführt. Später entstand dort das berühmte Dionysostheater. Von Athen aus verbreiteten sich Theater in ganz Griechenland.
Freilufttheater im Hang gebaut
Typisch für den Aufbau eines griechischen Theaters ist, dass es ein Freilufttheater war. Das warme und trockene Klima machte ein Dach überflüssig. Die Theater wurden meist in einen Hang hineingebaut, oft in Nord-Süd-Richtung.
Anfangs saßen die Zuschauer auf dem Boden. Später gab es Holzbänke, danach Steinbänke. Mit der Zeit wurde der Aufbau der Theater immer ausgefeilter.
Die wichtigsten Teile eines griechischen Theaters
Der Aufbau eines griechischen Theaters bestand aus mehreren klar getrennten Bereichen:
Theatron
Hier saßen die Zuschauer. Der Zuschauerraum war halbkreisförmig angelegt und bot vielen Menschen Platz.
Orchestra
Das war der runde Platz vor der Bühne. Hier trat der Chor auf und bewegte sich während des Spiels.
Skené
Die Skené war der Bühnenbau im Hintergrund. Dort konnten sich die Schauspieler umziehen. Später hängte man bemalte Leinwände als Bühnenbilder auf. Daher stammt auch unser Wort Szene.
Proskenion
Das Proskenion war die erhöhte Bühne vor der Skené. Auf ihr spielten die Schauspieler.
Gute Akustik – ganz ohne Technik
Die Architektur des griechischen Theaters war so durchdacht, dass man selbst auf den hintersten Plätzen alles hören konnte. Die halbrunde Form und die Steinbänke sorgten für eine hervorragende Akustik.
Man sagt, dass man sogar das Fallen einer Münze hören konnte. Auch viele römische Theater nutzten später dieses Bauprinzip.
Bühnenmaschinen und Spezialeffekte
Die Griechen liebten Effekte. Im antiken Theater Griechenlands gab es bereits einfache Technik:
Schauspieler konnten mit einer Art Hebekran über die Bühne schweben. Für Donner nutzte man rollende Steine, und durch unterirdische Gänge konnten Figuren plötzlich erscheinen oder verschwinden.
Diese Effekte machten die Aufführungen besonders spannend.
Zusammenfassung: Warum der Aufbau griechischer Theater so besonders war
Der Aufbau des griechischen Theaters war perfekt an Natur, Klima und Publikum angepasst. Freiluftbau, klare Bereiche, gute Akustik und raffinierte Technik machten diese Theater zu Meisterwerken der antiken Architektur.
Viele moderne Theater orientieren sich noch heute an diesen Bauprinzipien.
Schauspieler flogen schon mal über die Bühne
Die Griechen liebten die Effekte. So flogen zum Beispiel Schauspieler über die Bühne. Eine Schwebemaschine, die wie ein Hebekran aussah, machte das möglich. Donnergrollen verursachte man mit Hilfe von rollenden Steinen und unterirdische Gänge ließen Schauspieler plötzlich verschwinden und aus dem Nichts wieder auftauchen.
Wie ein solches Theater in Griechenland ausgesehen haben könnte, siehst du auf der oberen Zeichnung.

