Geld im Mittelalter

    Mittelalterliche Münzen

    Geld war schon im Mittelalter das Hauptzahlungsmittel. Es gab verschiedene mittelalterliche Münzen. Sie hießen zum Beispiel Pfennig, Schilling, Groschen, Heller, Gulden oder Kreuzer.

    Diese Münzen waren das gängige Zahlungsmittel. Ihr Wert wurde über das Gewicht festgelegt. Karl der Große hatte im 8. Jahrhundert ein einheitliches Münzsystem eingeführt. Ein Pfund wog rund 408 Gramm und entsprach 20 Schilling oder 240 Pfennigen. 1 Schilling waren also 12 Pfennige.

    Das Geld im Mittelalter beruhte in Europa auf den römischen Münzen. Das Münzsystem war nach dem Untergang des Römischen Reiches zunächst mit untergegangen. Es gab immer weniger Münzen. Der Tauschhandel mit Waren nahm wieder zu.

    Mit der Karolingischen Münzordnung änderte sich das. Karl der Große legte darin auch fest, dass Münzen aus Silber hergestellt werden sollten. Goldmünzen gab es im hohen Mittelalter nur wenige im Heiligen Römischen Reich.
     

    Münzprägung

    Münzen müssen geprägt werden. Man gibt einem runden Stück Metall damit seine Form, indem man Motive und Schrift aufdrückt, natürlich auch den Wert der Münze. Das geschieht in einer Münzstätte oder Münzprägeanstalt, die selbst kurz “Münze” genannt wird. Im Mittelalter wurde das Münzrecht dafür ausgegeben. Zuerst lag es nur beim König, dann auch bei anderen Herrschern. Dann erwarben immer mehr Städte das Recht, Münzen zu prägen.
     

    Der Pfennig

    Der Pfennig wurde die wichtigste Münze im Mittelalter. Er war gleichbedeutend mit dem Denar aus Rom. Der Pfennig war eine Silbermünze. Als aber immer mehr Fürsten das Münzrecht erhielten, gab es ab Mitte des 10. Jahrhunderts auch immer mehr unterschiedliche Pfennige. Darunter waren dann auch welche mit weniger Silbergehalt. Das waren die regionalen Pfennige.

    Im hohen Mittelalter wurden immer mehr Münzen geprägt. Das war auch dadurch erst möglich, dass immer mehr Silber gefördert wurde. Durch das Wachstum der Städte und den vermehrten Handel wurden Münzen auch immer mehr benötigt.

    Ab Mitte des 12. Jahrhunderts ersetzten Brakteaten den alten Pfennig. Pfennige wurden nämlich immer mehr auf billigem Blech geprägt und das auch nur einseitig. Sie waren also auf der einen Seite hohl. Brakteaten wurden jährlich in einem sogenannten Münzverruf für ungültig erklärt und mussten umgetauscht werden. Man erhielt weniger Münzen zurück vom Herrscher, der so quasi Steuern einzog. Außerdem waren sie nur in einer bestimmten Region gültig.

    Das war umständlich und so wurde der Ewige Pfennig eingeführt. Der musste nicht mehr umgetauscht werden.
     

    Die Mark

    Im 11. Jahrhundert löste die Mark das Pfund als Münzgewicht ab. Sie entsprach einem halben Pfund. Allerdings war auch das regional sehr unterschiedlich. Die Kölner Mark zum Beispiel wog 233, 8 Gramm. Eine bestimmte Anzahl an Pfennigen mussten nun also eine Gewichtsmark ergeben. Später wurde aus dem Münzgewicht in Deutschland die Währung Mark.

    Heller, Gulden oder Kreuzer waren weitere Münzen. Den Kreuzer gab es zum Beispiel in Süddeutschland. Gulden waren ursprünglich Goldmünzen. Ein Heller war ein halber Pfennig.